Was ist das?
Der Spannungskopfschmerz ist ein dumpfer, drückender Schmerz, der beide Kopfseiten wie ein Band umspannt. Er pocht nicht im Takt des Pulses. Alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen oder Bücken verstärken ihn nicht deutlich. Meist ist er leicht bis mittelstark: Er macht den Tag mühsam, legt ihn aber nicht vollständig lahm.
Der Schmerz entsteht nicht im Hirngewebe selbst. Eine Rolle spielen Verspannungen der Kopfhaut, der Schläfen, des Nackens und der Kaumuskeln zusammen mit der Empfindlichkeit der Zentren, die diese Signale verarbeiten. Deshalb kann sich während der Schmerzphase ein Druck auf Schläfe, Nacken oder Kaumuskel empfindlich anfühlen.
Für die Zahnmedizin ist Folgendes wichtig: Wer presst, belastet die Kaumuskeln tagsüber und nachts und fügt derselben Region einen eigenen Schmerz hinzu. Beide Bilder können sich gegenseitig verstärken. Bleibt der muskuläre Anteil unerkannt, bringt ein Schmerzmittel allein womöglich nicht die erwartete Erleichterung.
Anzeichen
Sie müssen nicht alle davon gleichzeitig haben.
Warum entsteht es?
- 01
Muskelverspannung und Pressgewohnheit
Bleiben Schläfen-, Nacken- und Kaumuskeln lange angespannt, entstehen in ihnen empfindliche Punkte. Wer die Zähne tagsüber unbemerkt aufeinanderpresst, wiederholt diese Belastung jeden Tag.
- 02
Schlafmangel und Erschöpfung
Kurzer und unterbrochener Schlaf senkt die Schmerzschwelle. Dieselbe Muskelverspannung bleibt an einem ausgeruhten Tag still, kann sich an einem durchwachten Tag aber als Schmerz bemerkbar machen. Bei Schichtarbeit ist dieser Kreislauf häufig.
- 03
Haltung und Bildschirmzeit
Ist der Kopf nach vorn geneigt, arbeitet die Nackenmuskulatur ununterbrochen, um ihn zu tragen. Bei Menschen, die stundenlang in derselben Position am Bildschirm sitzen, beginnt der Schmerz meist mittags und nimmt zum Abend hin zu.
- 04
Häufiger Griff zum Schmerzmittel
Werden Schmerzmittel an den meisten Tagen der Woche eingenommen, kann das mit der Zeit dazu beitragen, dass die Kopfschmerzen häufiger werden. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie oft Sie sie einnehmen; nur dann lässt sich diese Möglichkeit mitbeurteilen.
Wie schreitet es fort?
- 1
Selten episodisch
An weniger als einem Tag im Monat treten Schmerzen auf. Sie kommen meist nach einem anstrengenden oder erschöpfenden Tag und gehen mit Ruhe zurück.
- 2
Häufig episodisch
Der Schmerz tritt an 1 bis 14 Tagen im Monat auf. In dieser Phase lohnt es sich, Auslöser zu notieren und die Muskelbelastung beurteilen zu lassen.
- 3
Chronisch
Der Schmerz besteht an mehr als 15 Tagen im Monat und länger als 3 Monate. Jetzt sollte die neurologische Abklärung nicht aufgeschoben werden, und auch der Gebrauch von Schmerzmitteln gehört überprüft.
Wie wird es behandelt?
Die Diagnose und die Entscheidung über Medikamente gehören in die Neurologie. Dort werden Muster, Häufigkeit und Begleitzeichen des Kopfschmerzes beurteilt und bei Bedarf andere Ursachen ausgeschlossen. Die Mittel für die akute Attacke und eine vorbeugende Behandlung bei häufigen Schmerzen sind zwei getrennte Entscheidungen, und diese Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt.
Der Beitrag der Zahnmedizin liegt auf der Muskel- und Bissseite. Das Abtasten der Kaumuskeln, das Messen der Mundöffnung sowie Abnutzungsspuren an Zähnen und Füllungen zeigen, welchen Anteil das Pressen hat. Eine Aufbissschiene kann bei geeigneten Patientinnen und Patienten eingesetzt werden, um die Muskelbelastung zu senken; sie ersetzt kein Kopfschmerzmedikament und gilt für sich allein nicht als Behandlungsplan.
Um den muskulären Anteil zu verringern, werden Achtsamkeitsübungen für den Tag, Nacken- und Schulterübungen, eine Überprüfung der Arbeitsgewohnheiten und feste Schlafzeiten besprochen. Ist Physiotherapie nötig, erfolgt eine Überweisung an die zuständige Stelle. Diese Schritte ergänzen den Plan der Neurologie, sie ersetzen ihn nicht.
- Kopfschmerz, der innerhalb von Sekunden sein Maximum erreicht und in dieser Form noch nie aufgetreten ist
- Kopfschmerz zusammen mit Fieber und steifem Nacken
- Kopfschmerz mit Sehverlust, Sprachstörung oder Schwäche im Arm
Wie beugt man vor?
- Prüfen Sie tagsüber regelmäßig, ob Ihre Zähne Kontakt haben: Die Lippen bleiben geschlossen, die Zähne stehen auseinander.
- Halten Sie Ihre Aufsteh- und Schlafenszeiten auch am Wochenende gleich und kürzen Sie die Schlafdauer nicht.
- Stellen Sie den Bildschirm auf Augenhöhe und machen Sie spätestens nach einer Stunde eine kurze Pause, in der Sie Nacken und Schultern lockern.
- Markieren Sie die Tage mit Schmerzmitteln in einem Kalender und zeigen Sie diese Liste Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Häufige Fragen
- Hilft eine Aufbissschiene gegen meine Kopfschmerzen?
- Eine Aufbissschiene soll die Last verringern, die das Zähnepressen auf die Muskeln bringt. Ist der muskuläre Anteil Ihres Schmerzes groß, kann eine Erleichterung eintreten. Eine Garantie für Beschwerdefreiheit ist das jedoch nicht, und die medikamentöse Behandlung des Spannungskopfschmerzes ersetzt sie nicht.
- Wie unterscheide ich Spannungskopfschmerz von Migräne?
- Der Spannungskopfschmerz ist meist beidseitig, dumpf und hindert nicht an Bewegung. Migräne ist dagegen in der Regel einseitig und pochend; Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen hinzu, und Bewegung verstärkt sie. Die sichere Unterscheidung trifft eine Ärztin oder ein Arzt nach der Untersuchung.
- Ist es ein Problem, wenn ich regelmäßig Schmerzmittel nehme?
- Wenn Schmerzmittel dauerhaft an mehr als ein paar Tagen pro Woche eingenommen werden, kann das mit der Zeit dazu beitragen, dass der Schmerz häufiger wird. Erhöhen Sie die Einnahme nicht auf eigene Faust, sondern sagen Sie, wie oft Sie sie brauchen; auch die Entscheidung, sie zu reduzieren, wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt getroffen.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
