Was bedeutet das?
Direkt unter Ihrer Schläfe liegt der Schläfenmuskel. Er ist ein kräftiger Kaumuskel, der den Unterkiefer nach oben zieht. Wenn Sie tagsüber die Zähne aufeinanderpressen oder nachts knirschen, ermüdet dieser Muskel und hinterlässt in der Schläfe einen dumpfen, drückenden Schmerz. Nimmt der Schmerz beim Kauen harter Speisen, bei langem Sprechen oder beim Kaugummikauen zu, spricht das für diesen Ursprung.
Beim Spannungskopfschmerz dagegen bleibt der Schmerz nicht auf die Schläfe beschränkt; er umfasst einen breiten Bereich von der Stirn bis zum Nacken und ist von der Kieferbewegung unabhängig. Das Merkmal, das den muskulären Ursprung erkennen lässt, ist einfach: Wenn beim Druck mit dem Finger auf die Schläfe der vertraute Schmerz wieder erwacht und Sie beim Zusammenbeißen an dieser Stelle einen Muskel spüren, der sich verhärtet, ist die Quelle mit hoher Wahrscheinlichkeit der Muskel.
Ein Schläfenschmerz, der nach dem fünfzigsten Lebensjahr beginnt und den Sie in dieser Art noch nie erlebt haben, verlangt besondere Aufmerksamkeit. Wenn die Schläfenarterie druckempfindlich ist, die Kopfhaut beim Kämmen schmerzt, der Kiefer beim Kauen ermüdet und Pausen nötig macht und dazu das Sehen verschwimmt, kann eine Entzündung der Gefäße dahinterstehen. Ein solches Bild gehört nicht zu denen, bei denen man abwartet.
Schläfenschmerzen sind nicht das Zeichen einer einzigen Erkrankung; sie können muskulär bedingt sein, sich aber ebenso auf eine der Kopfschmerzformen oder auf ein Problem der Gefäße zurückführen lassen. Die folgenden Themen werden am häufigsten zusammen mit diesem Schmerz genannt.
Mögliche Ursachen
Was hilft zu Hause?
- Lassen Sie Kaugummi sowie harte, lange zu kauende Speisen einige Tage weg; den Muskel zu schonen zeigt zugleich, ob der Schmerz mit dem Kauen zu tun hat.
- Prüfen Sie tagsüber immer wieder, ob Ihre Zähne einander berühren; bei geschlossenen Lippen sollten obere und untere Zähne einen Abstand haben.
- Wärme auf der Schläfe kann den Muskel lockern; besteht jedoch über dem Gefäß eine Schwellung oder eine deutliche Berührungsempfindlichkeit, wenden Sie weder Wärme noch Massage an.
- Wenn Sie an mehr als ein paar Tagen pro Woche ein Schmerzmittel brauchen, erhöhen Sie nicht die Dosis, sondern gehen Sie der Ursache nach; häufige Einnahme kann selbst zu einem eigenen Grund werden, der den Schmerz aufrechterhält.
- Wenn Sie über fünfzig sind und Ihr Schläfenschmerz von einer Art ist, die Sie noch nie erlebt haben
- Wenn über der Schläfenarterie eine Schwellung, eine Rötung oder bei Berührung eine deutliche Empfindlichkeit besteht
- Wenn Ihr Sehen verschwommen ist, Sie doppelt sehen oder auf einem Auge eine vorübergehende Verdunkelung aufgetreten ist
- Wenn Ihr Kiefer beim Kauen ermüdet und Sie deshalb Pausen einlegen müssen
- Wenn zum Schmerz Fieber, unerklärter Gewichtsverlust oder eine Berührungsempfindlichkeit der behaarten Kopfhaut hinzukommen
Häufige Fragen
- Kommen meine Schläfenschmerzen vom Zähnepressen?
- Die sichere Unterscheidung leistet die Untersuchung. Dennoch hat ein muskulär bedingter Schmerz vertraute Zeichen: Er ist morgens deutlicher, nimmt im Lauf des Tages mit Müdigkeit und Stress zu, erwacht beim Druck auf die Schläfe erneut und verstärkt sich, je härter Sie kauen. Abgeflachte Zahnflächen, Zahnabdrücke am Zungenrand und eine weiße Linie an der Wangeninnenseite können in dieselbe Richtung weisen.
- An wen soll ich mich mit Schläfenschmerzen wenden?
- Wenn sich der Schmerz mit der Kieferbenutzung ändert, beim Kauen zunimmt oder daneben Geräusche im Kiefergelenk, eine Blockierung oder empfindliche Zähne bestehen, ist die Zahnarztpraxis für den Anfang die richtige Adresse. Begleiten den Schmerz Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Sehveränderungen oder neurologische Zeichen, übernimmt die Neurologie die Beurteilung. Bei einem Schläfenschmerz, der nach dem fünfzigsten Lebensjahr neu beginnt, ist eine Vorstellung noch am selben Tag nötig.
- Hilft eine Aufbissschiene gegen meine Schläfenschmerzen?
- Eine Aufbissschiene wird verwendet, um Zähne und Kiefergelenk vor der nächtlichen Belastung zu schützen, und kann bei Menschen, bei denen ein muskulärer Ursprung durch die Untersuchung gestützt ist, den Schmerz am Morgen lindern. Ist das Pressen nicht die einzige Ursache, reicht sie allein möglicherweise nicht aus. Eine Schiene anzufertigen, ohne zu untersuchen und nur nach der geschilderten Beschwerde, ist keine richtige Reihenfolge.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
