Papatya Dental7/24

Clusterkopfschmerz

Einseitige Attacken, die hinter dem Auge und im Oberkiefer sitzen und sich innerhalb von Minuten steigern. Ein gerötetes Auge und eine verstopfte Nase kommen dazu; oft wird das für Zahnschmerz gehalten.

Was ist das?

Der Clusterkopfschmerz ist eine Kopfschmerzform, die sich durch ihre Heftigkeit und ihr Muster abhebt. Der Schmerz liegt immer auf einer Kopfseite, sammelt sich im und hinter dem Auge und strahlt in Schläfe, Oberkiefer und obere Backenzähne aus. Eine unbehandelte Attacke dauert 15 Minuten bis 3 Stunden und klingt dann von selbst ab.

Auf der Schmerzseite treten vegetative Zeichen auf: gerötetes und tränendes Auge, hängendes oder geschwollenes Augenlid, verstopfte oder laufende Nase, Schwitzen an Stirn und Gesicht. Die Attacken wiederholen sich zu bestimmten Tageszeiten, häufig nachts so, dass sie aus dem Schlaf wecken.

Ein deutlicher Unterschied im Verhalten trennt sie von der Migräne: Während der Migräneattacke möchte man reglos liegen, in der Clusterattacke hält es einen nicht an einem Ort, man läuft umher und ist unruhig. Weil der Schmerz in den oberen Backenzähnen gespürt wird, kann der erste Weg in die Zahnarztpraxis führen; deshalb können Zahnbehandlungen begonnen werden, die nichts bringen.

Anzeichen

Sie müssen nicht alle davon gleichzeitig haben.

Warum entsteht es?

  1. 01

    Aus dem Takt geratene innere Uhr

    Dass sich die Attacken zur selben Tageszeit und in bestimmten Zeiten des Jahres häufen, spricht dafür, dass die Hirnregion beteiligt ist, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Diese Regelmäßigkeit ist eines der typischsten Merkmale der Erkrankung.

  2. 02

    Gemeinsame Reizung von Trigeminus- und vegetativen Bahnen

    Der Nerv, der die Empfindung des Gesichts trägt, und die Nervenfasern, die Tränenfluss, Nasensekret und Augenlid steuern, liegen im selben Reflexbogen. Springt dieser Bogen an, erklärt das, warum Schmerz sowie Augen- und Nasenzeichen gemeinsam auftreten.

  3. 03

    Alkohol und Rauchen während der Clusterperiode

    Alkohol, der während einer laufenden Clusterperiode getrunken wird, kann innerhalb kurzer Zeit eine Attacke auslösen. Dieselbe Person bemerkt diese Wirkung in der beschwerdefreien Phase womöglich nicht. Rauchen ist bei diesen Patientinnen und Patienten deutlich häufig.

  4. 04

    Gestörter Schlafrhythmus

    Unterbrochener Nachtschlaf, Reisen über Zeitzonen und Schichtwechsel können die Attacken häufiger machen. Die Attacken treten meist in bestimmten Schlafphasen auf.

Wie schreitet es fort?

  1. Attacke

    Einzelne Attacke

    Der einseitige Schmerz steigert sich innerhalb von Minuten auf ein kaum erträgliches Maß und dauert zusammen mit den Augen- und Nasenzeichen 15 Minuten bis 3 Stunden.

  2. Cluster

    Clusterperiode

    Das ist der Zeitraum, in dem sich die Attacken über Wochen oder Monate wiederholen, meist ein- oder mehrmals am Tag. Während dieser Zeit bleiben die Attacken auf derselben Seite.

  3. Pause

    Remission

    Die Clusterperiode endet, und über Monate, manchmal Jahre tritt keine Attacke auf. In dieser Zeit ist man vollständig schmerzfrei, und Auslöser wie Alkohol zeigen ihre Wirkung womöglich nicht.

  4. Chronisch

    Chronische Form

    Bei einem Teil der Betroffenen halten die Attacken länger als ein Jahr an, ohne dass dazwischen eine lange schmerzfreie Phase entsteht. Diese Form erfordert eine engere Betreuung.

Wie wird es behandelt?

Die Anlaufstelle für dieses Beschwerdebild ist die neurologische Praxis, wenn möglich eine Einrichtung, die sich mit Kopfschmerz befasst. Clusterkopfschmerz wird in der Zahnmedizin nicht behandelt. Wenn Sie schriftlich mitbringen, wie lange die Attacke dauert, zu welcher Tageszeit sie kommt und welche Augen- und Nasenzeichen auftreten, beschleunigt das die Diagnose.

In der Neurologie sind eine ausführliche Anamnese und der Ausschluss anderer, ähnlich aussehender Ursachen zu erwarten; dafür kann eine Bildgebung des Kopfes angefordert werden. Die Behandlung läuft auf zwei Wegen: Maßnahmen, die die Attacke rasch stoppen, und eine vorbeugende Behandlung, die die Attacken während der Clusterperiode verringern soll. Wahl und Dauer des Verfahrens entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Die Rolle der Zahnärztin oder des Zahnarztes ist es, dieses Bild zu erkennen und weiterzuleiten. Bei Schmerzen in den oberen Backenzähnen werden die Zähne mit Vitalitätstest, Aufbiss und Röntgenaufnahme beurteilt. Liegt keine Ursache am Zahn vor, wird weder eine Wurzelkanalbehandlung noch eine Zahnentfernung durchgeführt. Dass sich der Schmerz innerhalb von Minuten steigert, nach wenigen Stunden von selbst vergeht und auf derselben Seite Augenzeichen auftreten, passt nicht zu einem zahnbedingten Schmerz.

Nicht warten
  • Ein zum ersten Mal erlebter, in dieser Heftigkeit beispielloser und plötzlich beginnender Kopfschmerz
  • Ein hängendes Augenlid oder ein Unterschied der Pupillen, der nach dem Ende der Attacke anhält
  • Sehstörung oder Doppelbilder zusammen mit dem Schmerz
  • Begleitendes Fieber, ein steifer Nacken oder eine Bewusstseinsveränderung

Wie beugt man vor?

  • Meiden Sie Alkohol, solange die Clusterperiode andauert; in dieser Zeit können schon kleine Mengen eine Attacke auslösen.
  • Halten Sie Ihre Schlaf- und Aufstehzeiten fest und vermeiden Sie langes Schlafen am Tag.
  • Notieren Sie Uhrzeit, Dauer und Seite der Attacken; diese Aufzeichnung wirkt sich unmittelbar auf den ärztlichen Plan aus.
  • Setzen Sie die verordnete vorbeugende Behandlung nicht eigenmächtig ab, weil die Attacken weniger geworden sind.

Häufige Fragen

Der Schmerz sitzt in meinen oberen Zähnen, kann er wirklich nicht vom Zahn kommen?
Er kann, muss aber nicht; das trennt die Untersuchung. Zahnbedingter Schmerz hängt meist mit Wärme, Kälte oder Aufbeißen zusammen und kann stundenlang anhalten. Die Clusterattacke beginnt dagegen ohne Reiz, erreicht innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt, führt auf derselben Seite zu gerötetem Auge und verstopfter Nase und klingt nach wenigen Stunden von selbst ab.
Die Attacke geht nach einer halben Stunde vorbei, soll ich trotzdem zur Ärztin oder zum Arzt?
Ja. Dass eine Attacke kurz ist, heißt nicht, dass das Bild harmlos ist; der Clusterkopfschmerz kann sich mehrmals am Tag wiederholen, und ohne richtige Diagnose lässt sich keine passende Behandlung planen. Außerdem müssen andere, ähnlich aussehende Ursachen ausgeschlossen werden, und diese Beurteilung nimmt die Neurologie vor.
Ist dieser Schmerz eine schwere Form der Migräne?
Nein, es ist ein eigenes Beschwerdebild. Die Migräneattacke dauert Stunden, man möchte reglos bleiben, und Übelkeit sowie Lichtempfindlichkeit stehen im Vordergrund. Die Clusterattacke ist kürzer, verursacht auf derselben Seite Augen- und Nasenzeichen und macht unruhig, sodass man umhergeht. Auch die Behandlungswege unterscheiden sich.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.

TeilenAuf WhatsApp teilen

Wir rufen Sie zurück

Hinterlassen Sie Ihre Kontaktdaten, unser Team meldet sich in Kürze.

Your details are never shared with third parties. We respond within 24 hours.

Cookies Wir verwenden Cookies, um zu messen, wie die Website genutzt wird. Wenn Sie ablehnen, funktioniert die Website genauso, sie wird nur nicht gemessen.