Was bedeutet das?
Im Schlaf entspannen sich die Muskeln in Hals und Zunge, und der Atemweg wird enger. Die Luft strömt schnell durch die Engstelle und versetzt den weichen Gaumen, das Zäpfchen und die Rachenwand in Schwingung; das Schnarchgeräusch ist genau diese Schwingung. Je lauter das Geräusch, desto ausgedehnter ist das schwingende Gewebe. Die Lautstärke sagt allerdings nichts darüber, ob die Atmung zwischendurch aussetzt.
Was Schnarchen von ähnlichen Beschwerden unterscheidet, ist die Gleichmäßigkeit des Geräusches. Beim einfachen Schnarchen läuft es die ganze Nacht im gleichen Rhythmus weiter, ohne Unterbrechung. Wird die Atmung im Schlaf blockiert, bricht das Geräusch dagegen plötzlich ab, es folgt eine Stille von einigen Sekunden, und danach setzt es mit einem tiefen, dumpfen Luftholen wieder ein. Diese stillen Pausen, die die Person neben Ihnen beschreibt, sagen weit mehr aus als die Lautstärke.
Das Schnarchen wird stärker, wenn Sie auf dem Rücken liegen, wenn Sie Alkohol getrunken haben und wenn Sie Medikamente einnehmen, die die Muskeln entspannen. Auch eine verstopfte Nase, vergrößerte Mandeln, ein schmaler Oberkiefer und ein zurückliegender Unterkiefer können den Atemweg verengen. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt kann Spuren dieser Enge im Mund erkennen; ob zum Schnarchen auch Atemaussetzer gehören, entscheidet dagegen allein eine Schlafuntersuchung.
Schnarchen ist kein Krankheitsname, sondern die Folge davon, dass der Atemweg an einer Stelle enger geworden ist. Die folgenden Themen fassen die Ursachen zusammen, die bei lautem Schnarchen am häufigsten dahinterstecken.
Mögliche Ursachen
Was hilft zu Hause?
- Versuchen Sie, auf der Seite zu schlafen. In Rückenlage rutscht der Zungengrund nach hinten, und das Schnarchen wird bei den meisten Menschen deutlicher.
- Verzichten Sie in den Stunden vor dem Zubettgehen auf Alkohol und auf Schlafmittel, die nicht ärztlich verordnet sind; beides entspannt die Rachenmuskulatur.
- Wenn Ihre Nase dauerhaft verstopft ist, lassen Sie die Ursache abklären. Wer mit offenem Mund schlafen muss, schnarcht stärker.
- Verwenden Sie vorgefertigte Anti-Schnarch-Schienen aus dem Internet nicht ohne Abformung und Anpassung; Geräte, die nicht an Ihren Mund angepasst sind, können Zähne verschieben und Ihr Kiefergelenk belasten.
- Wenn jemand, der neben Ihnen schläft, von Pausen berichtet, in denen Ihr Schnarchen aussetzt und Sie nicht atmen.
- Wenn Sie nachts nach Luft ringend oder wie erstickend aufwachen.
- Wenn Sie tagsüber am Steuer oder mitten im Gespräch einschlafen.
- Wenn Sie morgens mit Kopfschmerzen aufwachen und sich den ganzen Tag über nicht erholt fühlen.
- Wenn sich Ihr Blutdruck trotz Medikamenten nicht einstellen lässt.
Häufige Fragen
- Bedeutet Schnarchen immer eine Schlafapnoe?
- Nein. Bei einem Teil der Menschen, die schnarchen, läuft die Atmung die ganze Nacht ohne Unterbrechung weiter; das nennt man einfaches Schnarchen. Bei der Schlafapnoe kommen zum Schnarchen Atemaussetzer hinzu. Weil sich beides von außen ähnlich anhört, wird die Unterscheidung meist mit einer Schlafuntersuchung getroffen.
- Verringert Abnehmen das Schnarchen?
- Fettgewebe am Hals engt den Atemweg von außen ein; deshalb nimmt die Stärke des Schnarchens bei den meisten Menschen ab, wenn sie Gewicht verlieren. Da Schnarchen und Atemaussetzer aber auch bei schlanken Menschen vorkommen können, bedeutet ein normales Gewicht nicht, dass kein Problem besteht.
- Was kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt beim Schnarchen tun?
- Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt beurteilt den Mund und den Kieferaufbau und hält Befunde fest, die den Atemweg verengen können: einen schmalen Gaumen, große Mandeln, Zahneindrücke am Zungenrand und einen zurückliegenden Unterkiefer. Über eine Unterkieferprotrusionsschiene lässt sich erst sprechen, wenn das Ergebnis der Schlafuntersuchung vorliegt und die Schlafmedizinerin oder der Schlafmediziner darüber entschieden hat.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
