Was bedeutet das?
Das Gefühl in Ihrem Gesicht wird von einem einzigen Nerv übertragen. Seine drei Äste versorgen die Stirn, den Oberkiefer und den Unterkiefer getrennt voneinander. Ganz gleich, an welcher Stelle die Fasern gereizt werden: Der Schmerz kann sich über das gesamte Gebiet dieses Astes ausbreiten. Deshalb muss der Zahn, an dem Sie den Schmerz spüren, nicht die Stelle sein, an der das Problem liegt.
Was dieses Anzeichen von ähnlichen unterscheidet, ist die Dauer. Ein Schmerz, der wie ein Blitz beschrieben wird, hält wenige Sekunden bis zwei Minuten an und hört dann vollständig auf; zwischen den Attacken fühlt sich Ihr Gesicht wieder normal an. Ausgelöst wird er meist nicht durch Wärme oder Kälte, sondern durch Berührung: Gesicht waschen, Zähne putzen, rasieren, in den Wind treten oder sprechen genügt. Schmerz, der vom Zahnnerv ausgeht, nimmt dagegen bei Wärme und Kälte zu, hält Minuten an und weckt Sie nachts auf.
Die Beschreibung des Schmerzes ist noch keine Diagnose. Dieselbe Beschreibung kann auch bei einer Gürtelrose im Gesicht vor dem Ausschlag, bei einem gerissenen Zahn und bei Gesichtsschmerzen ohne erkennbare Ursache vorkommen. Diese Unterscheidung treffen die Untersuchung, die Röntgenaufnahme und bei Bedarf eine neurologische Abklärung. Wird ein gesunder Zahn gezogen, auf den der Schmerz zu zeigen scheint, verschwindet der Schmerz meist nicht.
Hinter dieser Beschreibung können mehrere Krankheitsbilder stehen; manche gehen vom Zahn aus, andere vom Nerv. Die folgenden Punkte sind keine Rangfolge nach Wahrscheinlichkeit, sondern zeigen, worauf bei der Untersuchung geachtet wird, um sie auseinanderzuhalten.
Mögliche Ursachen
Was hilft zu Hause?
- Notieren Sie einige Tage lang, wie lange der Schmerz anhält, wie oft er am Tag kommt und was ihn auslöst; diese Aufzeichnung hilft bei der Untersuchung mehr als Ihre mündliche Beschreibung.
- Hören Sie nicht auf, die Zähne zu putzen, nur weil es den Schmerz auslöst; versuchen Sie es mit einer weichen Bürste und lauwarmem Wasser, denn eine vernachlässigte Mundpflege fügt dem Bild ein zweites Problem hinzu.
- Erhöhen Sie die Dosis von Schmerzmitteln nicht auf eigene Faust; bei dieser Art von Schmerz reichen übliche Schmerzmittel meist nicht aus, und eine hohe Dosis bringt eigene Nebenwirkungen mit sich.
- Bestehen Sie nicht darauf, den Zahn ziehen zu lassen, auf den der Schmerz zu zeigen scheint; eine Zahnentfernung ohne gesicherte Ursache lässt sich nicht rückgängig machen.
- Wenn im schmerzenden Bereich zusätzlich ein Taubheitsgefühl, ein Gefühlsverlust oder ein Kraftverlust besteht
- Wenn im Gesicht, an der Stirn oder um das Auge herum eine Rötung, Bläschen oder ein Ausschlag auftreten
- Wenn zum Schmerz Fieber, eine Schwellung im Gesicht oder eine eingeschränkte Mundöffnung hinzukommen
- Wenn der Schmerz erstmals vor dem 40. Lebensjahr begonnen hat oder auf beiden Gesichtsseiten zugleich auftritt
- Wenn Ihr Sehen verschwommen wird oder Sie doppelt sehen
Häufige Fragen
- Kann das ein Zahnschmerz sein?
- Möglich ist es. Auch ein gerissener Zahn und ein entzündeter Zahnnerv verursachen scharfe, plötzliche Schmerzen. Die Unterscheidung ergibt sich meist aus der Dauer und dem Auslöser: Schmerz vom Zahn beginnt bei Wärme und Kälte, hält Minuten an und nimmt nachts zu. Bei einem Schmerz, der nur Sekunden dauert und allein durch Berührung ausgelöst wird, können die Zähne unauffällig sein. Entschieden wird nach Untersuchung und Röntgenaufnahme.
- Auf meiner Röntgenaufnahme war nichts zu sehen, warum halten die Schmerzen an?
- Eine Röntgenaufnahme zeigt Veränderungen am Knochen und am Zahn, nicht aber den Nerv selbst. Halten Gesichtsschmerzen trotz unauffälliger Aufnahme an, kommen Ursachen vom Nerv an die Reihe. An diesem Punkt ist der nächste Schritt nicht ein weiterer zahnärztlicher Eingriff, sondern eine neurologische Abklärung.
- Zahnarztpraxis oder Neurologie: wohin soll ich zuerst gehen?
- Es ist sinnvoll, sich zuerst zahnärztlich untersuchen zu lassen; liegt eine Ursache am Zahn vor, zeigt sie sich dort am schnellsten. Findet sich kein Befund am Zahn, geht die Abklärung in der Neurologie weiter. Die Diagnose und die Entscheidung über Medikamente gehören in die Neurologie; der Beitrag der Zahnärztin oder des Zahnarztes besteht darin, einen unnötigen Eingriff zu verhindern und Sie an die richtige Stelle zu verweisen.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
