Papatya Dental7/24

Das Taubheitsgefühl nach der Spritze ist nicht weggegangen

Die Wirkung des Betäubungsmittels lässt normalerweise innerhalb einiger Stunden nach. Ein Taubheitsgefühl, das bis zum nächsten Tag bleibt, hat nicht mit der Wirkdauer des Mittels zu tun, sondern mit dem Zustand des Nervs.

Was bedeutet das?

Die örtliche Betäubung in der Zahnbehandlung unterbricht vorübergehend die Reizweiterleitung im Nerv. Je nach Mittel, Dosis und Bereich lässt diese Wirkung meist innerhalb von zwei bis acht Stunden nach; in der Lippe und in der Zunge kehrt das Gefühl zuletzt zurück. Ein Taubheitsgefühl, das am selben Tag nicht verschwindet, lässt sich mit der üblichen Wirkdauer des Mittels nicht mehr erklären.

Dieses Anzeichen unterscheidet sich von anderen Taubheitsgefühlen dadurch, dass sein Beginn bekannt ist. Man weiß, nach welchem Eingriff es angefangen hat, und der betroffene Bereich passt zum Versorgungsgebiet des Nervs, der in der Nähe dieses Eingriffs verläuft. Am häufigsten betroffen sind die Unterlippe, das Kinn und das Zahnfleisch im Unterkiefer. Verschiedene Vorgänge können dasselbe Bild erzeugen: die Berührung mit der Kanülenspitze, eine Blutung im umliegenden Gewebe oder der Druck während der Operation. Betrifft die Taubheit nur eine Zungenhälfte, ist ein anderer Nerv im Spiel.

Der gefühllose Bereich kann sich mit der Zeit verändern. Ob die taube Fläche kleiner wird, ob ein Kribbeln einsetzt und ob das Berührungsgefühl zurückzukehren beginnt, sind die Zeichen, die verfolgt werden; die Veränderung in den ersten Wochen gibt meist einen Hinweis auf den weiteren Verlauf. Was sich in welcher Zeit tut, ist von Mensch zu Mensch verschieden und lässt sich vorab nicht sagen. Deshalb werden regelmäßige Kontrollen und eine schriftliche Dokumentation verlangt.

Die Ursache des Taubheitsgefühls ist meist ein Nerv, der durch den behandelten Bereich verläuft; welcher Nerv und welcher Vorgang im Spiel ist, ergibt sich aus den Grenzen des tauben Bereichs und aus der Art des Eingriffs.

Mögliche Ursachen

Was hilft zu Hause?

  • Achten Sie darauf, nicht auf den tauben Bereich zu beißen; die Innenseite von Lippe und Wange wird unbemerkt zerkaut und verletzt, und bei heißen Getränken spüren Sie auch eine Verbrennung nicht.
  • Zeichnen Sie die Grenze des tauben Bereichs einmal pro Woche auf ein Blatt Papier und schreiben Sie das Datum dazu; später erinnert man sich nur schwer daran, wo das Gefühl zurückgekommen ist; die Zeichnung macht es sichtbar.
  • Sagen Sie der behandelnden Zahnärztin oder dem behandelnden Zahnarzt, wann das Taubheitsgefühl begonnen hat und welchen Bereich es umfasst; eine frühe Dokumentation ist der Ausgangspunkt für die Nachkontrolle und, falls nötig, für eine weiterführende Abklärung.
  • Behandeln Sie den tauben Bereich nicht auf eigene Faust mit Massage, Wärme oder Nahrungsergänzungsmitteln; ein Nutzen ist dafür nicht belegt, und die Abklärung verzögert sich dadurch.
Wann nicht gewartet wird
  • Wenn 24 Stunden nach dem Eingriff das Taubheitsgefühl kein bisschen nachgelassen hat
  • Wenn im tauben Bereich ein Brennen, ein elektrisierendes Gefühl oder ein Schmerz bei Berührung auftritt
  • Wenn zusammen mit der Taubheit dort ein Kraftverlust besteht, der Mundwinkel hängt oder sich das Augenlid nicht schließt
  • Wenn der taube Bereich mit der Zeit nicht kleiner wird, sondern größer
  • Wenn zur Taubheit Fieber, eine zunehmende Schwellung oder eine eingeschränkte Mundöffnung hinzukommen

Häufige Fragen

Wie lange wirkt eine Betäubung normalerweise?
Das hängt vom verwendeten Mittel, von der Dosis und vom Bereich ab; Mittel mit gefäßverengendem Zusatz wirken länger. In der Regel lässt das Taubheitsgefühl in Lippe und Zunge innerhalb einiger Stunden nach, und es wird erwartet, dass es am selben Tag vollständig verschwindet. Ein Taubheitsgefühl, das bis zum nächsten Tag bleibt, gehört nicht zum erwarteten Verlauf und sollte der behandelnden Zahnärztin oder dem behandelnden Zahnarzt gemeldet werden.
Kommt dieses Gefühl wieder zurück?
Bei den meisten Menschen kehrt das Gefühl mit der Zeit zurück, in welcher Zeit und in welchem Ausmaß, lässt sich jedoch vorab nicht sagen. Ausschlaggebend ist, wie stark der Nerv betroffen ist; das zeigt sich erst, wenn die Veränderung über die Zeit verfolgt wird. Deshalb werden in den ersten Wochen regelmäßige Kontrollen und eine schriftliche Dokumentation verlangt; hält der Zustand länger an, geht die Abklärung in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie weiter.
Lässt sich erkennen, ob die Taubheit von der Spritze oder vom Eingriff kommt?
Ganz sicher lässt sich das nicht immer trennen. Die Grenze des tauben Bereichs, die Art des Eingriffs und der Zeitpunkt, an dem die Taubheit begonnen hat, werden zusammen beurteilt. Bei Bildern, die mit der Injektion zusammenhängen, besteht die Taubheit ab dem Moment der Spritze ohne Unterbrechung; bei solchen, die mit der Operation zusammenhängen, kann sich das Bild ändern, sobald die Schwellung zurückgeht. Diese Unterscheidung wirkt sich meist nicht auf die Behandlung aus, sondern auf die Art der Nachkontrolle.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.

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