Papatya Dental7/24
Mund- und Zahnpflege

Warum die Zungenreinigung dazugehört

Nach dem Putzen und der Zahnseide sitzt der größte Teil des bakteriellen Belags immer noch auf der Zunge. Von dort kommt einer der häufigsten Gründe für Mundgeruch.

RedaktionNilufar Tulanova Şener27. August 20263 Min. Lesezeit
Eine Person vor dem Badezimmerspiegel zieht einen Zungenschaber vom hinteren Zungenrücken nach vorn

Der Geruch kommt meist vom hinteren Zungenrücken

Die Oberfläche der Zunge ist nicht glatt. Zwischen den kleinen Erhebungen, den Papillen, liegt ein geschützter Raum, in dem sich Speisereste, abgestorbene Zellen und Bakterien sammeln. Beim Abbau von Eiweißresten entstehen dort schwefelhaltige Gase, und genau diese Gase machen den größten Teil dessen aus, was als Mundgeruch wahrgenommen wird. Je dicker der Belag wird, desto deutlicher wird der Geruch.

Das Putzen reinigt die Zahnflächen und lässt den Zungenrücken unberührt. Deshalb kann auch jemand, der sorgfältig putzt, morgens mit fadem Geschmack und deutlichem Geruch aufwachen: Im Schlaf fließt weniger Speichel, die Zunge trocknet aus und der Belag wird über Nacht dicker. Wasser trinken schwächt den Geruch kurz ab, löst den Belag aber nicht.

Den eigenen Mundgeruch bemerken Sie am wenigsten, denn die Nase gewöhnt sich innerhalb von Minuten an einen gleichbleibenden Geruch. Nichts zu riechen heißt nicht, dass kein Belag da ist.

Schaber oder Bürste

Beides funktioniert. Der Schaber liegt als breiter Streifen auf und nimmt in einem Zug mehr Belag mit; die geriffelte Fläche auf der Rückseite vieler Zahnbürsten haben Sie ohnehin schon in der Hand. Auch die Borsten holen etwas heraus, sie verteilen den Belag aber eher zur Seite, statt zwischen die Papillen zu gelangen. Bei den meisten entscheidet am Ende das Hilfsmittel, das man wirklich jeden Tag benutzt.

  • Den Schaber weit hinten ansetzen und in eine Richtung nach vorn ziehen; Hin- und Herbewegungen verteilen den Belag nur.
  • Nach jedem Zug unter fließendem Wasser abspülen und dann den nächsten Streifen nehmen.
  • Drei bis vier Züge reichen den meisten; hören Sie auf, wenn die Oberfläche wieder rosig aussieht.
  • Wer die geriffelte Rückseite der Bürste benutzt, behält dieselbe Richtung und denselben leichten Druck bei.

Wie weit nach hinten

Am meisten trägt das hintere Drittel der Zunge zum Geruch bei; der vordere Teil bleibt von allein sauberer, weil er beim Sprechen und Schlucken am Gaumen reibt. Trotzdem müssen Sie nicht am ersten Tag ganz nach hinten. Wer in der Mitte beginnt und alle paar Tage etwa eine Fingerbreite weiter nach hinten geht, mildert den Würgereiz allmählich. Druck braucht es ebenfalls nicht: Der Belag ist weich und löst sich schon bei leichter Berührung.

Was den Würgereiz mildert

  • Durch die Nase einatmen und beim Schaben weiteratmen; angehaltene Luft verstärkt den Reflex.
  • Die Zunge so weit wie möglich herausstrecken, damit der hintere Teil nach vorn kommt und das Hilfsmittel vom Rachen wegbleibt.
  • Auf nüchternen Magen machen, am besten vor dem Frühstück; bei vollem Magen springt der Reflex leichter an.
  • Setzt der Reflex ein, kurz warten und dann einen Millimeter weiter vorn weitermachen.

Weißer Belag ist nicht immer ein Pilz

Der helle Belag auf der Zunge ist meist gewöhnliche Ablagerung: Mundtrockenheit, Rauchen, überwiegend weiche Kost, Mundatmung bei verstopfter Nase und manche Medikamente lassen ihn dicker werden. Solcher Belag wird bei regelmäßiger Reinigung innerhalb weniger Tage dünner. Ein Mundsoor verhält sich anders: Wischt man den Belag ab, kommt darunter eine rote, empfindliche Fläche zum Vorschein, und mit Reinigung allein verschwindet er nicht. Häufiger tritt er bei Prothesenträgern, bei trockenem Mund und bei geschwächter Abwehr auf.

Wenn der Geruch trotzdem bleibt

Ist die Zungenreinigung zur Gewohnheit geworden und der Geruch bleibt, liegt die Quelle woanders. Dann rücken Zahnfleischentzündung, Karies in den Zahnzwischenräumen, alte Füllungen mit offenen Rändern, Medikamente, die den Speichel verringern, Mandelsteine, Beschwerden in Nase und Nebenhöhlen sowie Reflux aus dem Magen nach vorn. Keine dieser Ursachen lässt sich mit einem Zungenschaber beheben; welche zutrifft, zeigt die Untersuchung und bei Bedarf eine Röntgenaufnahme.

Häufige Fragen

Wie oft sollte die Zunge gereinigt werden?

Einmal täglich reicht den meisten, und der einfachste Moment ist direkt nach dem morgendlichen Putzen. Wer schnell wieder Belag hat, kann es abends wiederholen. Mehr als zweimal am Tag reizt eher die Oberfläche, ohne zusätzlich etwas zu bringen.

Wie reinigt man einen Zungenschaber, und wann wird er ersetzt?

Spülen Sie ihn nach jedem Gebrauch gründlich unter fließendem Wasser ab und bewahren Sie ihn trocken und offen auf; in einem geschlossenen, feuchten Behälter vermehren sich Bakterien. Einen Kunststoffschaber ersetzen Sie, sobald die Kante rau, zerkratzt oder verbogen ist; einer aus Edelstahl hält lange, solange er nicht beschädigt ist. Wer die geriffelte Rückseite der Zahnbürste benutzt, ersetzt sie mit der Bürste, meist alle drei Monate oder früher, wenn die Borsten abgenutzt sind.

Leidet der Geschmackssinn unter dem Schaben?

Mit leichtem Druck nimmt keine Geschmacksknospe Schaden; im Gegenteil, die Aromen kommen deutlicher durch, sobald der Belag dünner wird. Kräftiges Schaben reizt die Oberfläche und kann für einige Tage ein Brennen oder einen abgestumpften Geschmack hinterlassen. Bei Blutung den Druck zurücknehmen.

Wird eine Landkartenzunge oder Haarzunge genauso gereinigt?

Bei einer Landkartenzunge zeigen sich glatte rote Flächen, die wie eine Landkarte aussehen und mit der Zeit wandern; sie ist harmlos, und Schaben ändert daran nichts. Es genügt, mit leichten Zügen weiterzumachen, ohne auf diese Stellen zu drücken. Bei einer Haarzunge sind die Papillen verlängert, und die Oberfläche wirkt dunkel und samtig; sanfte, regelmäßige Reinigung macht sie meist innerhalb weniger Wochen dünner. Verändert sich das Bild oder kommen Brennen oder Schmerzen dazu, lassen Sie es zahnärztlich abklären.

Sollten Kinder ihre Zunge reinigen?

Sobald die Zähne da sind, genügen am Ende des Putzens ein paar sanfte Züge über den vorderen Teil der Zunge. Der Würgereiz ist bei kleinen Kindern stark, deshalb bleibt der hintere Bereich außen vor. Wer die Bürste allein halten kann, lernt auch diesen Schritt allein.

Ersetzt eine Mundspülung die Zungenreinigung?

Eine Spülung senkt die Bakterienzahl an der Oberfläche für eine Weile und überdeckt den Geruch, löst den Belag zwischen den Papillen aber nicht. Ohne mechanische Reinigung ist der Geruch nach wenigen Stunden zurück. Sie taugt als zusätzlicher Schritt, nicht als Ersatz.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung.

Redaktion

Nilufar Tulanova Şener

Medizinisch geprüft von: Elif Teke, Fachzahnärztin für Parodontologie

Dieser Beitrag beruht auf der klinischen Erfahrung des Papatya Dental Teams und wird vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit geprüft.

Zuletzt aktualisiert:
2026-09-21
Redaktionskontakt:
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