Was bedeutet das?
Im Kiefergelenk berühren sich die Knochenflächen nicht direkt; dazwischen liegen eine gleitfähige Gelenkscheibe und ein glatter Knorpelüberzug. Wird dieser Überzug dünner oder die Oberfläche rau, bleibt die Bewegung nicht mehr lautlos. Weil Sie das Geräusch durch den eigenen Schädel hören, bemerken die Menschen um Sie herum es meist nicht.
Entscheidend ist die Dauer des Geräusches. Ein Knacken ist ein einzelner, scharfer Laut in einem bestimmten Moment des Öffnens oder Schließens; es hängt damit zusammen, dass die Gelenkscheibe an ihren Platz springt. Ein Reibegeräusch dagegen hält vom Beginn bis zum Ende der Bewegung an, ist nicht an einen einzelnen Punkt gebunden und ist meist auch mit dem Finger zu spüren, wenn Sie die Hand vor das Ohr legen.
Dieses Geräusch weist auf eine strukturelle Veränderung an der Gelenkfläche hin; sie entwickelt sich in der Regel über Jahre und gilt für sich genommen nicht als Notfall. Dass die Oberfläche in ihren früheren Zustand zurückkehrt, ist nicht zu erwarten. Die Lautstärke des Geräusches und die Stärke der Schmerzen gehen nicht immer zusammen; es gibt Menschen mit deutlichem Geräusch und ganz ohne Schmerzen.
Der Verschleiß der Gelenkfläche lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen; das Alter, eine lange bestehende Überlastung, ein früheres Problem mit der Gelenkscheibe und bestimmte entzündliche Gelenkerkrankungen können auf verschiedenen Wegen zum selben Ergebnis führen.
Mögliche Ursachen
Was hilft zu Hause?
- Bewegen Sie den Kiefer nicht immer wieder, nur um das Geräusch zu hören; das belastet das Gelenk unnötig.
- Reduzieren Sie harte und lange zu kauende Speisen und teilen Sie Ihre Mahlzeiten in kleine Stücke.
- Prüfen Sie tagsüber, ob Ihre Zähne einander nicht berühren; die Gewohnheit zu pressen erhöht die Belastung des Gelenks.
- Halten Sie schriftlich fest, wann das Geräusch begonnen hat und ob sich Schmerzen und Mundöffnung verändern.
- Zusammen mit dem Geräusch nimmt Ihre Mundöffnung deutlich ab
- Ihr Biss verändert sich innerhalb kurzer Zeit
- Schwellung, Überwärmung im Gelenkbereich oder Fieber
- Auch andere Gelenke sind morgens steif und geschwollen
- Kieferschmerzen, die Ihren Schlaf unterbrechen und auf Schmerzmittel nicht ansprechen
Häufige Fragen
- Geht dieses Geräusch wieder weg?
- Dass das Geräusch vollständig verschwindet, ist in der Regel nicht zu erwarten, denn seine Quelle ist eine strukturelle Veränderung an der Gelenkfläche. Das Ziel ist nicht, das Geräusch zum Schweigen zu bringen, sondern Schmerzen und Kaubeschwerden zu verringern und die Belastung des Gelenks zu senken. Bei vielen Menschen bleibt das Geräusch bestehen, verursacht aber keine Beschwerden.
- Ich habe keine Schmerzen, sollte ich trotzdem in die Praxis kommen?
- Ein schmerzloses Geräusch ist für sich genommen kein Grund zur Eile. Wenn es zum ersten Mal auftritt, ist eine einmalige Beurteilung dennoch sinnvoll. Besonders wenn Zahnersatz, eine kieferorthopädische oder eine länger dauernde Behandlung geplant ist, kann es den Plan beeinflussen, den Zustand des Gelenks zu kennen.
- Früher hat es geknackt, jetzt reibt es. Was hat sich verändert?
- Dass sich die Art des Geräusches ändert, spricht dafür, dass das Gelenk möglicherweise in einen anderen Abschnitt übergegangen ist. Ein Knacken weist eher auf die Gelenkscheibe hin, ein Reibegeräusch über die ganze Bewegung eher auf die Oberfläche. Wenn Sie diese Veränderung Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt mitteilen, kann sie zusammen mit den Messwerten von Mundöffnung und Biss beurteilt werden.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
