Papatya Dental7/24

Auf meiner Zunge sind Risse zu sehen

Die Furchen auf dem Zungenrücken sind bei den meisten Menschen eine angeborene Oberflächenform; die eigentliche Frage ist nicht die Furche selbst, sondern ob die Ablagerungen darin Beschwerden verursachen.

Was bedeutet das?

Auf dem Zungenrücken können eine mittlere Hauptfurche und davon seitlich abzweigende Furchen verlaufen. Es sind Faltungen der Oberfläche; sie sind keine Schnitte und keine Einrisse, sie bluten nicht von selbst und ihre Tiefe bleibt im Millimeterbereich. Weil das Muskelgewebe unter der gefurchten Oberfläche unversehrt bleibt, sind Sprechen und Schlucken bei den meisten Menschen nicht beeinträchtigt.

Was diese Form von vorübergehenden Zungenveränderungen unterscheidet, ist ihr gleichbleibendes Muster. Lage und Verteilung der Furchen bleiben über Monate gleich; sie wandern nicht wie bei der Landkartenzunge und lassen sich nicht wie ein Zungenbelag abbürsten. Bei den meisten Menschen zeigen sie sich schon in der Kindheit und werden mit den Jahren etwas tiefer. Eine Furche dagegen, die innerhalb kurzer Zeit auftritt, rasch tiefer wird oder sich auf eine einzige Stelle beschränkt, ist ein anderer Befund.

Beschwerden entstehen meist nicht durch die Furche selbst, sondern durch das, was in ihr zurückbleibt. Speisereste, abgestorbene Zellen und Mikroorganismen sammeln sich in den engen Rinnen; diese Ansammlung kann zu Mundgeruch, zu Rötungen an den Furchenrändern und zu Brennen führen. Mundtrockenheit lässt das Bild deutlicher hervortreten, weil weniger Speichel die Rinnen nicht mehr ausspült. Kommt eine Pilzinfektion hinzu, kann das Brennen schärfer werden und in der Furche kann ein weißlicher Belag sichtbar sein.

Die gefurchte Zunge ist meist die eigene Oberflächenform eines Menschen; dass daraus Beschwerden werden, hat andere Auslöser. Die folgenden Punkte führen die Situationen auf, die hinter diesem Bild am häufigsten stehen.

Mögliche Ursachen

Was hilft zu Hause?

  • Reinigen Sie Ihre Zunge mit einer weichen Bürste und mit Bewegungen quer zum Verlauf der Furchen; nur so kommen die Ablagerungen aus den Rinnen heraus.
  • Drücken Sie nicht mit einem harten Schaber in die Tiefe; das dünne Gewebe am Grund der Furche wird leicht gereizt und kann bluten.
  • Wenn Ihr Mund ständig trocken bleibt, verteilen Sie Ihre Trinkmenge über den Tag; ein trockener Mund beschleunigt die Ablagerung in den Furchen.
  • Wenn Ihnen ein weißer Belag in der Furche auffällt, wenden Sie nicht auf eigene Entscheidung ein Pilzmittel oder Hausmittel wie Natron an.
Wann nicht gewartet wird
  • Wenn die Furchenränder gerötet sind und bei Berührung schmerzen.
  • Wenn sich der weiße Belag abwischen lässt und darunter eine rote, leicht blutende Oberfläche zum Vorschein kommt.
  • Wenn eine der Furchen in den letzten Wochen rasch tiefer geworden ist oder ihr Rand sich verhärtet hat.
  • Wenn zur Mundtrockenheit trockene Augen und Gelenkbeschwerden hinzukommen.
  • Wenn eine Wunde länger als zwei Wochen besteht und nicht heilt.

Häufige Fragen

Schließen sich die Risse auf der Zunge mit der Zeit?
Wenn die gefurchte Oberfläche die eigene Anlage eines Menschen ist, bleibt sie bestehen; dass sie sich schließt, ist nicht zu erwarten, und dass sie über die Jahre etwas deutlicher wird, ist gewöhnlich. Mit regelmäßiger Reinigung können Beschwerden wie Brennen und Mundgeruch abnehmen, das Muster selbst verschwindet jedoch nicht.
Entstehen die Risse durch Vitaminmangel?
Bei den meisten Menschen ist die gefurchte Zunge unabhängig von der Ernährung. Ist die Zunge im selben Zeitraum dagegen glatt und rot geworden und sind an den Mundwinkeln Einrisse entstanden, ist ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure eine Möglichkeit, die abgeklärt werden sollte; darüber entscheidet eine Blutuntersuchung.
Kann mein Mundgeruch von diesen Rissen kommen?
Das ist möglich. Ablagerungen und Mikroorganismen in den engen Rinnen setzen geruchsbildende Verbindungen frei. Mundgeruch hat allerdings auch andere Quellen wie Zahnfleischerkrankungen, Karies, schlecht sitzenden Zahnersatz und Schleim, der aus dem Nasenrachen in den Hals läuft; ohne diese Quellen zu unterscheiden, sollte er nicht allein der Zunge zugeschrieben werden.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.

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