Papatya Dental7/24

Landkartenzunge

Auf dem Zungenrücken entstehen rote Bereiche mit deutlich abgegrenztem Rand, die an eine Landkarte erinnern. Diese Bereiche wandern innerhalb weniger Tage. Bei den meisten Menschen ist das harmlos und braucht keine Medikamente.

Was ist das?

Die Landkartenzunge entsteht, wenn die feinen Erhebungen auf dem Zungenrücken, die Papillen, in bestimmten Bereichen vorübergehend verschwinden. Die Oberfläche ohne Papillen wirkt röter und glatter; um diesen Bereich herum liegt meist ein leicht erhabener, weißlicher oder gelblicher Saum. Weil das Muster aus roten Feldern und unveränderter Oberfläche an eine Landkarte erinnert, trägt die Veränderung diesen Namen.

Was dieses Bild von anderen Zungenveränderungen unterscheidet, ist, dass die Formen nicht an einer Stelle bleiben. Während ein Bereich innerhalb von Tagen abheilt, taucht an anderer Stelle der Zunge ein neuer auf; nach einigen Wochen kann die Zunge völlig anders aussehen. Dieser wandernde Verlauf hilft bei der Einordnung. Die meisten Menschen haben dabei keine Beschwerden; ein Teil beschreibt bei Saurem, Scharfem oder stark Gesalzenem ein leichtes Brennen.

Die Landkartenzunge ist nicht ansteckend, sie ist keine Pilzinfektion und sie wird nicht mit Krebs in Verbindung gebracht. Sie kommt häufig vor, kann in jedem Alter auftreten und findet sich oft zusammen mit einer Faltenzunge. Es ist zu erwarten, dass sie über die Jahre kommt und geht; bleibende Schäden sind nicht zu erwarten.

Anzeichen

Sie müssen nicht alle davon gleichzeitig haben.

Warum entsteht es?

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    Persönliche und familiäre Veranlagung

    Bei einem Teil der Betroffenen zeigt sich dasselbe Bild auch bei Familienangehörigen. Eine einzelne bekannte Ursache gibt es nicht; man versteht es als eine persönliche Besonderheit im Erneuerungsrhythmus der Schleimhaut.

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    Gemeinsames Auftreten mit der Faltenzunge

    Bei Menschen mit Furchen auf dem Zungenrücken wird die Landkartenzunge häufiger berichtet. Beide Veränderungen können an derselben Zunge nebeneinander bestehen; dieses Zusammentreffen bedeutet nicht, dass der Zustand schwerer wird.

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    Phasen, die einen Schub auslösen

    Nach Phasen mit starkem Stress, nach hormonellen Veränderungen und nach Infekten der oberen Atemwege wird beschrieben, dass sich die Bereiche ausdehnen. Fällt der Auslöser weg, kehrt das Bild meist in seinen früheren Verlauf zurück.

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    Lebensmittel, die die Beschwerden verstärken

    Zitrusfrüchte, Tomaten, Essig, Gewürze und stark gesalzene Speisen können auf der papillenfreien Oberfläche ein Brennen auslösen. Sie sind nicht die Ursache der Veränderung; sie machen den bestehenden Bereich nur empfindlicher.

Wie schreitet es fort?

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    Auftreten

    In einem Bereich der Zunge zeigt sich ein kleines, rotes und glattes Feld mit einem hellen Saum am Rand. Die meisten Menschen spüren in dieser Phase nichts.

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    Ausdehnung

    Der Bereich wird innerhalb weniger Tage größer, sein Rand tritt deutlicher hervor und er fließt mit benachbarten Feldern zum landkartenähnlichen Bild zusammen. Ein Brennen bei scharfen und sauren Speisen wird in dieser Phase beschrieben.

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    Abheilung

    Während die Papillen zurückkehren, blasst der Bereich ab und die Zungenoberfläche wird wieder normal. Eine Narbe an derselben Stelle ist nicht zu erwarten.

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    Ortswechsel

    Während ein Feld abheilt, beginnt an anderer Stelle der Zunge ein neues. Dieses Wandern kann über Monate anhalten; ebenso kann es lange Zeiträume ganz ohne sichtbare Felder geben.

Wie wird es behandelt?

Die Einordnung erfolgt über das Aussehen und über den wandernden Verlauf in Ihrer Schilderung; eine Gewebeentnahme ist in den meisten Fällen nicht nötig. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt behält im Blick, dass eine Zunge auch aus anderen Gründen gerötet sein kann, und prüft deshalb Pilzinfektion, Mundtrockenheit, Reizung durch eine Prothese und Hinweise auf einen Mangel. Liegen diese Gründe nicht vor, wird keine eigene Behandlung begonnen.

Für eine Landkartenzunge ohne Beschwerden ist kein Nutzen von Medikamenten belegt. Antimykotika, also Mittel gegen Pilze, kommen nur infrage, wenn an eine Pilzinfektion gedacht wird; unnötig eingesetzt verändern sie das Bild nicht. In Phasen mit Brennen reicht es meist aus, saure und scharfe Speisen zu verringern, den Mund mit lauwarmem Wasser zu spülen und eine alkoholfreie Mundspülung zu verwenden.

Halten die Beschwerden an oder stören sie den Alltag, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt eine örtlich aufzutragende Behandlung gegen den Schmerz für sinnvoll halten. Wichtiger ist die Gewohnheit, hinzusehen: Ein Bereich, der nicht wandert, an derselben Stelle bleibt und sich in zwei bis drei Wochen nicht zurückbildet, passt nicht zur Landkartenzunge und muss gesondert beurteilt werden.

Nicht warten
  • Der Bereich auf Ihrer Zunge wandert nicht und liegt seit zwei bis drei Wochen an derselben Stelle
  • Die Oberfläche des Bereichs ist hart oder erhaben geworden oder sie blutet
  • Brennen und Schmerz bestehen dauerhaft, unabhängig davon, was Sie essen

Wie beugt man vor?

  • Schränken Sie in Schubphasen die Speisen ein, die brennen; dauerhaft darauf verzichten müssen Sie nicht.
  • Reinigen Sie Ihre Zunge sanft mit einer weichen Bürste; kräftiges Schaben reizt die papillenfreie Oberfläche zusätzlich.
  • Meiden Sie Mundspülungen mit hohem Alkoholanteil und Produkte mit scharfen Zusätzen wie Pfefferminzöl.
  • Wenn Sie in Abständen ein Foto machen, können Sie Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt zeigen, ob die Bereiche tatsächlich wandern.

Häufige Fragen

Ist die Landkartenzunge ansteckend?
Nein. Die Landkartenzunge ist keine Infektion; sie überträgt sich nicht durch Küssen, durch ein gemeinsam benutztes Glas oder durch anderen Kontakt. Dass sie bei mehreren Familienmitgliedern vorkommt, liegt nicht an einer Ansteckung, sondern an einer gemeinsamen Veranlagung.
Kann sie ein Zeichen für Krebs sein?
Die Landkartenzunge wird nicht mit Krebs in Verbindung gebracht. Der Unterschied liegt in der Beweglichkeit: Bei der Landkartenzunge heilen die Bereiche ab und tauchen an anderer Stelle wieder auf. Eine Wunde oder ein Fleck, der an seiner Stelle bleibt, nicht abheilt und sich verhärtet, lässt sich damit nicht erklären und muss untersucht werden.
Geht sie vollständig weg?
Die einzelnen Bereiche heilen ab und die Zungenoberfläche wird wieder normal; da die Veranlagung bleibt, kann das Bild über die Jahre jedoch erneut auftreten. Diese Wiederholungen bedeuten nicht, dass eine Behandlung versagt hat. Solange keine Beschwerden entstehen, ist außer der Beobachtung meist nichts nötig.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.

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