Was ist das?
Bei der Faltenzunge finden sich auf dem Zungenrücken Furchen, deren Tiefe und Zahl von Mensch zu Mensch verschieden sind. Bei den meisten verläuft in der Mitte eine durchgehende Hauptfurche, von der Seitenäste abzweigen. Die Furchen sind innen mit gesunder Schleimhaut ausgekleidet; es handelt sich also nicht um eine Wunde oder einen Einriss, sondern um die Oberflächenform der Zunge selbst.
Meist fällt die Faltenzunge schon in der Kindheit auf, und die Furchen können mit den Jahren tiefer werden. Die Zunge selbst schmerzt nicht. Treten Beschwerden auf, stammen sie meist von Speiseresten, abgestorbenen Zellen und Bakterien, die sich in den Furchen sammeln; diese Ansammlung kann zu Mundgeruch, leichtem Brennen und zeitweise zu Entzündungen führen.
Die Faltenzunge ist häufig und stellt für die meisten Menschen für sich genommen kein Gesundheitsproblem dar. Sie kann bei derselben Person zusammen mit einer Landkartenzunge bestehen. Seltener gehört sie zu einem Bild mit wiederkehrenden Schwellungen an Lippe und Gesicht und einer Schwäche des Gesichtsnervs oder tritt zusammen mit bestimmten genetischen Erkrankungen auf; diese Zusammenhänge zu beurteilen ist Aufgabe der behandelnden Zahnärztin oder des behandelnden Zahnarztes.
Anzeichen
Sie müssen nicht alle davon gleichzeitig haben.
Warum entsteht es?
- 01
Anlagebedingte und erbliche Neigung
Bei den meisten Menschen sind die Furchen eine angeborene Oberflächenform, die auch bei Familienangehörigen vorkommen kann. Sie sind nicht Folge einer erworbenen Erkrankung; deshalb gibt es auch keine Behandlung, die die Furchen verschließt.
- 02
Vertiefung mit dem Alter
Zahl und Tiefe der Furchen können über die Jahre zunehmen. Diese Zunahme gilt für sich genommen nicht als Zeichen einer Störung; sie verlangt nur eine sorgfältigere Reinigung.
- 03
Mundtrockenheit und Mundatmung
Wenn weniger Speichel fließt, reinigen sich die Furchen nicht mehr von selbst. Bei Menschen, die nachts mit offenem Mund schlafen, und bei Einnahme von Medikamenten, die den Mund austrocknen, treten Ablagerungen, Geruch und Brennen häufiger auf.
- 04
Hinzukommende Pilzinfektion
Das feuchte, geschlossene Innere der Furchen bietet Pilzen gute Bedingungen. Bei Menschen mit Prothese, bei Rauchenden und bei geschwächter Abwehr können deshalb Brennen und Rötung hinzukommen.
Wie schreitet es fort?
- Leicht
Oberflächliche Furchen
Auf dem Zungenrücken zeigen sich feine, flache Linien. Über die übliche Mundpflege hinaus ist nichts nötig, Beschwerden sind nicht zu erwarten.
- Deutlich
Tiefe und verzweigte Furchen
Die Hauptfurche wird tiefer, die Seitenäste nehmen zu. Die Furchen können sich so weit schließen, dass man von außen nicht hineinsieht; ab hier entscheidet die tägliche Zungenreinigung darüber, wie gut sich der Geruch beherrschen lässt.
- Entzündet
Entzündung in der Furche
In den Furchen entstehen Rötung, Empfindlichkeit und Brennen. Meist stecken Ablagerungen oder eine Pilzinfektion dahinter; das Problem geht nicht von den Furchen selbst aus, sondern von ihrem Inhalt.
- Begleitet
Bild mit zusätzlichen Zeichen
Kommen zu den Furchen wiederkehrende Schwellungen an Lippe und Gesicht oder eine Schwäche des Gesichtsnervs hinzu, lässt sich das Bild nicht allein mit einer Faltenzunge erklären; dann ist eine weiterführende Abklärung nötig.
Wie wird es behandelt?
Die Faltenzunge selbst wird nicht behandelt; ein Verfahren, das die Furchen verschließt oder verringert, gibt es nicht. Aufgabe der Zahnärztin oder des Zahnarztes ist es zu unterscheiden, ob die Beschwerden tatsächlich von den Furchen kommen oder eine andere Ursache haben. Bei der Untersuchung werden Pilzinfektion, Mundtrockenheit, ein schlecht sitzender Zahnersatz und Hinweise auf einen Mangel beurteilt.
Im Mittelpunkt der Pflege steht die tägliche Zungenreinigung. Strecken Sie die Zunge heraus und reinigen Sie den Rücken mit einer weichen Zahnbürste oder einem Zungenreiniger sanft von hinten nach vorn; spülen Sie anschließend den Mund mit reichlich Wasser, damit auch das Innere der Furchen ausgespült wird. Kräftiges Schaben und spitze Gegenstände verletzen die Schleimhaut und sind deshalb nicht zu empfehlen.
Bei Brennen und Rötung geht die Praxis einer Pilzinfektion nach und verordnet die geeignete Behandlung; wird eine Prothese getragen, wird besprochen, sie nachts herauszunehmen und getrennt zu reinigen. Bei Mundtrockenheit wird zusätzlich nach der Ursache gesucht. Findet sich in oder am Rand einer Furche eine Wunde, die nicht abheilt, lässt sich das nicht mit der Faltenzunge erklären und muss untersucht werden.
- In oder am Rand einer Furche liegt eine Wunde, die innerhalb von zwei Wochen nicht abheilt
- An Ihrer Zunge oder Ihrer Lippe treten wiederkehrende Schwellungen auf
- Das Brennen hält trotz täglicher Pflege an und Ihr Geschmack hat sich verändert
Wie beugt man vor?
- Reinigen Sie Ihre Zunge täglich mit sanften Bewegungen, am besten abends nach dem Zähneputzen.
- Trinken Sie über den Tag ausreichend; Trockenheit erleichtert Ablagerungen in den Furchen.
- Nehmen Sie eine Prothese nachts heraus und reinigen Sie sie getrennt; Pilze unter der Prothese können auf die Zunge übergehen.
- Wenn Sie rauchen, lassen Sie sich beim Aufhören unterstützen; Rauchen erhöht sowohl die Trockenheit als auch das Risiko einer Pilzinfektion.
Häufige Fragen
- Werden die Furchen auf der Zunge mit der Zeit tiefer?
- Dass die Furchen mit dem Alter deutlicher werden, gehört zum erwarteten Verlauf und gilt für sich genommen nicht als Krankheitszeichen. Entscheidend ist nicht die Tiefe, sondern ob ihr Inneres sauber gehalten werden kann. Bei tiefer werdenden Furchen genügt es meist, die Reinigungsgewohnheiten zu überprüfen.
- Schadet das Bürsten meiner Zunge den Furchen?
- Eine Reinigung mit weicher Bürste und ohne Druck schadet nicht. Schaden richten harte Schaber, Gegenstände aus Metall und ein Druck an, der zu Blutungen führt. Ein leichter Würgereiz beim Reinigen ist normal; die Zunge herauszustrecken verringert ihn.
- Können die Furchen der Grund für meinen Mundgeruch sein?
- Ablagerungen in den Furchen können zum Geruch beitragen, gelten aber nicht als alleinige Ursache. Auch Zahnfleischentzündung, Karies, die Hygiene des Zahnersatzes und Sekret, das aus der Nase in den Rachen läuft, sind zu beurteilen. Wie stark der Geruch nach der Zungenreinigung nachlässt, gibt einen Hinweis darauf, welcher Anteil davon von der Zunge kommt.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
