Was bedeutet das?
Die Papillen auf dem Zungenrücken erneuern sich ständig; ihre Spitzen nutzen sich ab und werden abgestoßen, darunter wächst neues Gewebe nach. Verlangsamt sich dieser Kreislauf, werden die Papillen nicht abgestoßen und wachsen in die Länge. Wenn die verlängerten Gebilde sich aneinanderlegen, wirkt die Oberfläche haarig oder wie ein Teppichflor. Die Farbe stammt von Bakterien, die sich zwischen den Papillen ansiedeln, und von färbenden Stoffen, die von außen dazukommen; braune, gelbliche, grünliche oder fast schwarze Töne sind möglich.
Was dieses Bild vom gewöhnlichen Zungenbelag unterscheidet: Was Sie sehen, ist keine Schicht, die auf der Oberfläche liegt, sondern das verlängerte Gewebe selbst. Belag lässt sich beim vorsichtigen Abwischen teilweise abtragen und darunter kommt eine rosa Oberfläche zum Vorschein; verlängerte Papillen dagegen lassen sich nicht auf einmal entfernen, sie werden mit regelmäßiger Pflege im Lauf von Tagen langsam kürzer. Das Bild ist meist in der Mitte und im hinteren Teil der Zunge am stärksten, Spitze und Ränder bleiben normal. Die Veränderung bleibt oberflächlich; die Beweglichkeit der Zunge ist in der Regel nicht beeinträchtigt, manche Menschen berichten von Würgereiz und von einem veränderten Geschmack.
Dieses Bild wird häufiger berichtet bei Tabakkonsum, beim Trinken von starkem Tee und Kaffee, bei Mundtrockenheit und in Zeiten, in denen die Mundpflege zu kurz kommt. Auch nach der Anwendung chlorhexidinhaltiger Mundspülungen, bismuthaltiger Magenmittel und mancher Antibiotika kann es auftreten. Weiche Kost und wenig Kauen können das Bild aufrechterhalten, weil die mechanische Abnutzung der Papillen geringer ausfällt. Fällt der Auslöser weg, ist bei den meisten Menschen ein Rückgang zu erwarten.
Dass die Zunge dunkel wird, erklärt sich meist damit, dass die Erneuerung der Oberfläche sich verlangsamt und die Farbe an den verlängerten Gebilden haften bleibt. Die folgenden Punkte fassen die Ursachen zusammen, die diese Veränderung am häufigsten begleiten.
Mögliche Ursachen
Was hilft zu Hause?
- Reinigen Sie Ihre Zunge zweimal täglich vorsichtig von hinten nach vorn mit einer weichen Bürste oder einem Zungenreiniger; bis sich das Bild bessert, können einige Tage vergehen.
- Versuchen Sie, Tabak, starken Tee und Kaffee zu reduzieren; das sind die am häufigsten genannten Auslöser für die Farbablagerung.
- Wenden Sie eine chlorhexidinhaltige Mundspülung nicht über Wochen an, ohne dass sie Ihnen empfohlen wurde.
- Nehmen Sie über den Tag verteilt Lebensmittel zu sich, die Kauen erfordern; so bleibt die natürliche Abnutzung der Oberfläche erhalten.
- Wenn sich die Farbveränderung auf die Wangen, den Gaumen oder die Lippeninnenseite ausbreitet.
- Wenn Schluckbeschwerden, Schmerzen oder Fieber hinzukommen.
- Wenn die Dunkelfärbung sich auf eine einzige Stelle beschränkt, scharf begrenzt und erhaben ist.
- Wenn das Bild trotz mehrwöchiger regelmäßiger Reinigung überhaupt nicht zurückgeht.
- Wenn Sie eine Behandlung erhalten, die das Immunsystem unterdrückt.
Häufige Fragen
- Bleibt dieses Aussehen dauerhaft?
- Bei den meisten Menschen ist es nicht dauerhaft. Wenn der färbende Auslöser weniger wird und die Oberfläche regelmäßig gereinigt wird, ist zu erwarten, dass die Papillen kürzer werden; das kann einige Wochen dauern. Solange der Auslöser bestehen bleibt, ist es gewöhnlich, dass das Bild wiederkehrt.
- Ist eine fast schwarze Zunge das Zeichen einer ernsten Erkrankung?
- So beunruhigend der Anblick ist, diese Veränderung gilt als oberflächlich und wird meist nicht mit einer schweren Erkrankung in Verbindung gebracht. Bilder, die sich im Mund ausbreiten, schmerzen oder von Fieber oder Schluckbeschwerden begleitet werden, sollten dennoch auf andere Ursachen hin beurteilt werden.
- Es ist nach einer Antibiotikaeinnahme aufgetreten, soll ich das Medikament absetzen?
- Setzen Sie ein verschriebenes Medikament nicht auf eigene Entscheidung ab. Diese Veränderung ist nach der Einnahme mancher Medikamente berichtet worden; es ist sinnvoll, mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen, die oder der es verordnet hat, die Situation zu schildern und die Entscheidung dort zu belassen.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
