Papatya Dental7/24

Schwarze Haarzunge

Wenn sich die kleinen Erhebungen auf dem Zungenrücken nicht abstoßen, sondern länger werden, entsteht ein haarähnliches Bild; Farbstoffe, die sich darauf ablagern, geben der Zunge ein braunes oder schwarzes Aussehen.

Was ist das?

Die schwarze Haarzunge entsteht, wenn sich die fadenförmigen Papillen auf dem Zungenrücken nicht wie sonst abstoßen, sondern länger werden. Die verlängerten Papillen sehen aus wie Haare; zwischen ihnen sammeln sich Speisereste, Bakterien und Farbstoffe. Die Farbe ist nicht immer schwarz, sie kann auch braun, gelblich, grünlich oder gräulich sein.

So erschreckend das Bild wirkt, die Veränderung bleibt oberflächlich. Auf der Zunge sind keine Haare, es wachsen auch keine; zu sehen sind verlängerte Papillen. Die meisten Menschen haben keine Schmerzen. Ein Teil beschreibt einen metallischen Geschmack, Mundgeruch, ein Gefühl von Dicke auf dem Zungenrücken oder einen Würgereiz, wenn die Zunge den Gaumen berührt.

Die Veränderung beginnt im hinteren und mittleren Teil der Zunge und schreitet in der Regel nicht bis zur Spitze fort. Sie ist keine Infektion, sie ist nicht ansteckend und sie wird nicht mit Krebs in Verbindung gebracht. Fallen die auslösenden Einflüsse weg und wird regelmäßig mechanisch gereinigt, ist zu erwarten, dass sich das Bild zurückbildet.

Anzeichen

Sie müssen nicht alle davon gleichzeitig haben.

Warum entsteht es?

  1. 01

    Ausbleibendes Abstoßen der Papillen

    Die Zungenoberfläche nutzt sich normalerweise durch Kauen und Reinigung ständig ab. Bei Menschen, die weiche Kost essen, wenig kauen oder ihre Zunge nie reinigen, fällt dieser natürliche Abrieb geringer aus und die Papillen werden länger.

  2. 02

    Gewohnheiten, die Farbe abgeben

    Zigaretten und andere Tabakprodukte sowie schwarzer Tee und Kaffee haften leicht an den verlängerten Papillen. Sie sind nicht die alleinige Ursache, bestimmen aber, wie dunkel das Bild wird.

  3. 03

    Mundtrockenheit und bestimmte Medikamente

    Weniger Speichel bedeutet, dass sich die Oberfläche nicht mehr selbst reinigt. Nach einer Antibiotikabehandlung und bei Einnahme bismuthaltiger Magenmittel wird dieses Bild häufiger berichtet.

  4. 04

    Mundspülungen und nachlassende Mundpflege

    Oxidierende oder über lange Zeit ununterbrochen verwendete antiseptische Mundspülungen können die Mundflora und die Farbe der Oberfläche verändern. Seltener werdendes Zähneputzen beschleunigt die Entwicklung.

Wie schreitet es fort?

  1. Verfärbung

    Farbveränderung an der Oberfläche

    Der mittlere und hintere Teil des Zungenrückens wird dunkler. Die Papillen sind noch nicht deutlich verlängert; diese Phase wird meist übersehen.

  2. Verlängerung

    Längere Papillen und haariges Aussehen

    Die Papillen werden so lang, dass man sie mit bloßem Auge erkennt, die Ablagerungen dazwischen nehmen zu und das Bild tritt deutlich hervor. In dieser Phase kommen die meisten Menschen in die Praxis.

  3. Beschwerden

    Geschmack und Geruch kommen hinzu

    Ein metallischer oder schlechter Geschmack, Mundgeruch und ein Berührungsgefühl am Gaumen können auftreten. Die Beschwerden entstehen nicht durch die Farbe, sondern durch die Bakterienschicht zwischen den Papillen.

  4. Rückbildung

    Besserung durch Reinigung

    Mit regelmäßiger mechanischer Reinigung und weniger Auslösern beginnen sich die Papillen abzustoßen und die Farbe hellt auf. Dass sich diese Veränderung nicht in Tagen, sondern in Wochen bemisst, ist normal.

Wie wird es behandelt?

Die Einordnung erfolgt über das Aussehen; meist ist keine zusätzliche Untersuchung nötig. Zuerst grenzt die Zahnärztin oder der Zahnarzt dieses Bild von ähnlichen ab: Ein weißer Belag, der sich abwischen lässt, spricht für eine Pilzinfektion, ein dunkler Fleck dagegen, der an einer Stelle unverändert bleibt, verlangt eine gesonderte Beurteilung. Auch nach Ihren Medikamenten und Mundspülungen wird gefragt.

Im Mittelpunkt der Behandlung steht nicht ein Medikament, sondern die mechanische Reinigung. Der Zungenrücken wird zweimal täglich mit einer weichen Bürste oder einem Zungenreiniger von hinten nach vorn und ohne Druck gereinigt; anschließend wird der Mund mit reichlich Wasser gespült. In den ersten Tagen ist ein leichter Würgereiz normal, die Zunge herauszustrecken verringert ihn.

Daneben gehören die Auslöser auf den Prüfstand: weniger rauchen oder aufhören, dunkle Getränke begrenzen, mehr trinken und lange verwendete Mundspülungen in der Praxis ansprechen. Setzen Sie Ihre Medikamente nicht eigenmächtig ab; ist eine Änderung nötig, planen Sie sie gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt, die oder der sie verordnet hat.

Nicht warten
  • Ein dunkler Fleck bleibt an einer einzigen Stelle und hellt sich durch Reinigung nicht auf
  • Auf Ihrer Zunge liegt eine schmerzhafte Wunde, die nicht abheilt, oder ein verhärteter Bereich
  • Zur Farbveränderung kommen Schluckbeschwerden oder eine Blutung hinzu

Wie beugt man vor?

  • Reinigen Sie Ihre Zunge täglich; die regelmäßige mechanische Reinigung ist hier die wirksamste Maßnahme.
  • Halten Sie sich von Tabakprodukten fern; spülen Sie den Mund nach schwarzem Tee und Kaffee mit Wasser.
  • Verwenden Sie antiseptische Mundspülungen nicht über Wochen hinweg ohne fachliche Empfehlung.
  • Lassen Sie bei trockenem Mund die Ursache abklären; bleibt die Trockenheit, ist mit einem Wiederauftreten zu rechnen.

Häufige Fragen

Ist das eine Pilzinfektion?
Nein. Bei einer Pilzinfektion lässt sich der weiße Belag mit einer Kompresse abwischen und hinterlässt eine gerötete Fläche; bei der schwarzen Haarzunge lassen sich die verlängerten Papillen nicht abwischen. Beides kann auch nebeneinander bestehen, deshalb gehört die Unterscheidung in die Untersuchung. Antimykotika allein verändern dieses Bild nicht.
Wie lange dauert es, bis es besser wird?
Eine feste Dauer lässt sich nicht angeben. Wird regelmäßig gereinigt und werden die Auslöser verringert, ist zu erwarten, dass sich das Bild innerhalb von Wochen aufhellt. Lässt die Reinigung nach oder wird weiter geraucht, ist ein Wiederauftreten normal; das bedeutet nicht, dass die Behandlung nicht gewirkt hat.
Können Zahnpasta oder Mundspülung die Farbe verändern?
Manche antiseptischen und oxidierenden Mundspülungen können bei langer Anwendung zu Verfärbungen auf Zunge und Zähnen beitragen. Wenn Sie ein solches Produkt verwenden, sagen Sie es in der Praxis; Anwendungsdauer und Notwendigkeit können Sie dann gemeinsam überprüfen.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.

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