Was ist das?
Lymphknoten sind kleine Filterstationen des Abwehrsystems, die die Flüssigkeit aus dem Gewebe reinigen. Im Kopf- und Halsbereich gibt es mehrere Hundert davon; die unter dem Kiefer und am oberen Hals sind für das Gebiet der Zähne, des Zahnfleisches, der Zunge und der Mandeln zuständig. Beginnt in diesem Gebiet eine Entzündung, schwillt der Knoten an und wird druckempfindlich. Das nennt man eine reaktive Lymphknotenschwellung.
Ein reaktiver Lymphknoten fühlt sich meist weich bis mittelfest an, lässt sich unter dem Finger verschieben, schmerzt bei Berührung und bleibt häufig unter zwei Zentimetern. Er zeigt sich innerhalb weniger Tage, nachdem die Ursache aufgetreten ist. Diese Ursache kann eine Karies sein, die den Zahnnerv erreicht hat, ein Abszess an der Wurzelspitze, eine Entzündung um einen halb durchgebrochenen Weisheitszahn, eine fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung oder ein Infekt der oberen Atemwege.
Der Knoten selbst ist keine Krankheit, sondern eine Antwort darauf. Wird die Ursache behandelt, bildet er sich zurück; das dauert allerdings nicht Tage, sondern Wochen, und ein kleiner Rest kann noch über Monate tastbar bleiben. Ein Knoten dagegen, der weiter wächst, hart wird, mit dem Gewebe verbackt und sich nicht mehr verschieben lässt und dabei nicht schmerzt, muss anders abgeklärt werden.
Warum entsteht es?
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Entzündungen von Zahn und Zahnfleisch
Wenn Karies den Zahnnerv erreicht, sich an der Wurzelspitze ein Abszess bildet oder eine Zahnfleischerkrankung fortschreitet, können die zuständigen Lymphknoten unter dem Kiefer anschwellen. Der Knoten liegt meist auf derselben Seite wie der auslösende Zahn.
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Entzündung um den Weisheitszahn
Unter der Zahnfleischkapuze über einem nur teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn sammeln sich Bakterien. Diese immer wiederkehrende Entzündung gehört zu den häufigen Ursachen einer einseitigen Lymphknotenschwellung unter dem Kiefer und einseitiger Halsschmerzen.
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Infekte von Hals und oberen Atemwegen
Bei einer Mandelentzündung, einer Rachenentzündung und bei viralen Infekten schwellen die Lymphknoten am Hals häufig an. Dabei ist die Schwellung meist beidseitig, sie geht mit Fieber und Halsbeschwerden einher und bildet sich zurück, während der Infekt abklingt.
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Wunden im Mund und Entzündungen der Haut
Auch oberflächliche Probleme wie eine Aphthe, eine Druckstelle unter der Prothese, ein Lippenherpes oder eine entzündete Haarwurzel in der Gesichtshaut können die Lymphknoten derselben Region reizen. Geht die Ursache zurück, wird auch der Knoten wieder kleiner.
Wie schreitet es fort?
- 1
Die Reaktionsphase
In den Tagen nach Beginn der auslösenden Entzündung schwillt der Knoten an, schmerzt bei Berührung, und die Haut darüber sieht normal aus. Die Beschwerden gehen in dieser Phase meist nicht vom Knoten selbst aus, sondern von der Ursache.
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Die Ursache wird behandelt
Nach der Behandlung am Zahn oder am Zahnfleisch wächst der Knoten nicht weiter. Die Druckempfindlichkeit lässt meist innerhalb weniger Tage nach; die Größe des Knotens verändert sich nicht im selben Tempo.
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Die Rückbildungsphase
Der Knoten wird meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen kleiner. Ein kleiner, verschieblicher Rest kann noch länger tastbar bleiben; das allein bedeutet nicht, dass die Behandlung ohne Erfolg geblieben ist.
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Der Knoten bildet sich nicht zurück
Ein Knoten, der nach drei bis vier Wochen nicht kleiner wird, weiter wächst, hart wird oder mit dem Gewebe verbackt, gilt nicht mehr als reaktiv. Ab hier liegt die Abklärung nicht mehr im Bereich der Zahnmedizin.
Wie wird es behandelt?
Behandelt wird nicht der Knoten, sondern die Ursache. Ein geschwollener Lymphknoten wird weder eröffnet noch entfernt. Die Aufgabe der Zahnärztin oder des Zahnarztes ist es, die Quelle zu suchen: Untersuchung und Röntgenaufnahme klären Karies, eine Entzündung an der Wurzelspitze, eine Zahnfleischerkrankung oder eine Entzündung um den Weisheitszahn ab. Findet sich die Quelle, kommen eine Wurzelkanalbehandlung, eine Zahnentfernung, die Entlastung eines Abszesses oder eine Zahnfleischbehandlung infrage.
Nicht jeder geschwollene Lymphknoten braucht ein Antibiotikum. Diese Entscheidung richtet sich nicht nach der Größe des Knotens, sondern nach der Art der Ursache und nach dem Gesamtbild; bleibt die Quelle unberührt, lindert ein Antibiotikum die Beschwerden meist nur vorübergehend. Wird festgehalten, wie groß der Knoten am ersten Tag war und auf welcher Seite er lag, liefert genau das bei der nächsten Kontrolle die entscheidende Information.
Lässt sich im Mund und auf den Röntgenaufnahmen keine erklärende Ursache finden oder bildet sich der Knoten nicht in der erwarteten Zeit zurück, endet die Rolle der Zahnmedizin hier. Alles Weitere gehört in den Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder der Inneren Medizin; über Blutuntersuchung, Ultraschall und, falls nötig, eine Gewebeprobe entscheidet die dort behandelnde Ärztin oder der dort behandelnde Arzt. Der Beitrag der Zahnarztpraxis besteht darin, die Ursachen im Mund zu prüfen und auszuschließen und die Befunde schriftlich weiterzugeben.
- Der Knoten wächst innerhalb von Tagen rasch, und die Haut darüber wird rot und warm
- Der Mundboden wird hart, und das Schlucken oder Atmen fällt schwer
- Fieber, Schüttelfrost und eine ausgeprägte Schwäche kommen dazu
- Ein Knoten besteht länger als drei Wochen, wird hart, lässt sich nicht verschieben und schmerzt nicht
Wie beugt man vor?
- Lassen Sie Karies und blutendes Zahnfleisch behandeln, ohne auf Schmerzen zu warten.
- Schwillt der Bereich um einen halb durchgebrochenen Weisheitszahn immer wieder an, schieben Sie die Abklärung nicht auf.
- Lassen Sie eine Wurzelkanalbehandlung zu Ende führen, die Sie abgebrochen haben, weil der Schmerz nachgelassen hatte.
- Notieren Sie, wann Sie den Knoten zuerst bemerkt haben und auf welcher Seite er liegt; das ist bei der Kontrolle die nützlichste Angabe.
Häufige Fragen
- Geht ein geschwollener Lymphknoten von allein wieder weg?
- Liegt ein vorübergehender Infekt zugrunde, wird er meist innerhalb von Wochen kleiner. Kommt die Ursache dagegen vom Zahn oder vom Zahnfleisch und bleibt sie unbehandelt, ist damit zu rechnen, dass der Knoten bleibt, wo er ist. Die Antwort hängt also nicht vom Knoten selbst ab, sondern davon, was ihn auslöst.
- Ist ein schmerzloser Knoten bedenklicher als ein schmerzhafter?
- Der Schmerz allein entscheidet nicht darüber, ob ein Befund harmlos ist oder nicht. Knoten, die rasch auftreten, wehtun und sich unter dem Finger verschieben lassen, sind aber meist eine Antwort auf eine Entzündung. Ein schmerzloser Knoten, der lange bleibt, hart wird und mit dem Gewebe verbackt, muss dagegen gesondert abgeklärt werden, und diese Abklärung gehört nicht in die Zahnmedizin.
- Müssten nicht ein Ultraschall oder eine Blutuntersuchung gemacht werden?
- Über diese Untersuchungen entscheidet nicht die Zahnärztin oder der Zahnarzt. Findet sich im Mund eine erklärende Ursache und bildet sich der Knoten in der erwarteten Zeit zurück, sind zusätzliche Untersuchungen meist nicht nötig. Lässt sich keine Ursache finden oder geht der Knoten nicht zurück, liegt diese Entscheidung bei der fachärztlich zuständigen Praxis.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
