Was ist das?
Die Parodontitis ist eine Zahnfleischentzündung, die auf den umgebenden Knochen übergegriffen hat. Zwischen Zahnfleisch und Zahn bilden sich Taschen, in denen sich Bakterien in Tiefen vermehren, die keine Bürste erreicht, und den Knochen auflösen.
Verlorener Knochen wächst nicht von selbst nach. Ziel der Behandlung ist, den Verlust zu stoppen, nicht ihn rückgängig zu machen; deshalb ändert frühes Eingreifen alles. Wenn ein Zahn locker wird, ist die Erkrankung bereits fortgeschritten.
Warum entsteht es?
- 01
Unbehandelte Gingivitis
Nahezu jede Parodontitis ist die Fortsetzung einer jahrelang übersehenen Zahnfleischentzündung.
- 02
Rauchen
Der stärkste einzelne Risikofaktor. Es beschleunigt die Erkrankung und senkt zugleich die Behandlungsantwort deutlich.
- 03
Diabetes
Der Zusammenhang wirkt in beide Richtungen: ein unzureichend eingestellter Diabetes verschlimmert die Zahnfleischerkrankung, und die Zahnfleischinfektion erschwert die Blutzuckereinstellung.
- 04
Genetische Veranlagung
Bei manchen Menschen löst dieselbe Belagmenge eine weit zerstörerischere Immunantwort aus. Wer früh Zahnverlust in der Familie hatte, sollte häufiger kontrolliert werden.
Wie schreitet es fort?
- Stufe 1
Beginnend
Taschentiefe 3 bis 4 mm. Blutung vorhanden, Knochenverlust noch begrenzt. In diesem Stadium lässt sie sich aufhalten.
- Stufe 2
Mittel
Taschentiefe 5 bis 6 mm. Das Zahnfleisch beginnt zurückzugehen und die Zähne wirken länger.
- Stufe 3
Fortgeschritten
Taschen von 7 mm und mehr. Die Zähne werden beweglich, wandern und drohen verloren zu gehen.
Wie wird es behandelt?
Die erste Phase ist nicht chirurgisch: eine tiefe Reinigung der Zahnfleischtaschen. Der Bereich wird örtlich betäubt und die Arbeit meist auf zwei bis vier Sitzungen verteilt.
Schließen sich die Taschen nicht, kommen chirurgische Behandlung oder Knochenaufbau infrage. Wo bereits Zähne verloren gingen, sind Implantate eine Möglichkeit, doch die Zahnfleischerkrankung muss unter Kontrolle sein, bevor ein Implantat gesetzt werden kann.
- Deutliche Lockerung oder Wanderung von Zähnen
- Eiter, der von selbst aus dem Zahnfleisch austritt
Wie beugt man vor?
- Warten Sie Zahnfleischbluten niemals aus; von hier führt der Weg zur Parodontitis
- Mit dem Rauchen aufzuhören verbessert unmittelbar, wie Sie auf die Behandlung ansprechen
- Wenn Sie Diabetes haben, zählen Sie die Blutzuckereinstellung zur Zahnfleischbehandlung
- Nach der Behandlung parodontale Kontrolle alle drei bis sechs Monate; die übliche Halbjahreskontrolle genügt nicht
Häufige Fragen
- Wächst verlorener Knochen nach?
- Nicht von selbst. Bei bestimmten begrenzten Defekten lässt sich mit Aufbau- und Regenerationsverfahren etwas Knochen zurückgewinnen, doch das ist nicht in jedem Fall möglich.
- Ist Parodontitis ansteckend?
- Die Erkrankung selbst wird nicht übertragen, die beteiligten Bakterien können jedoch über den Speichel weitergegeben werden. Hat ein Familienmitglied eine fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung, ist eine Kontrolle der anderen sinnvoll.
- Kann ich bei aktiver Zahnfleischerkrankung ein Implantat bekommen?
- Nicht solange sie aktiv ist. Dieselben Bakterien verursachen auch um Implantate Knochenverlust. Zuerst wird die Zahnfleischgesundheit hergestellt, dann das Implantat geplant.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Symptome überschneiden sich zwischen Erkrankungen; eine Diagnose kann nur klinisch gestellt werden.
