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Wurzelkanal & Endodontie

Schmerzmittel bei Zahnschmerzen richtig wählen

Zahnschmerzen sind nachts am stärksten, und das Erste in Reichweite ist meist eine Tablette. Hier steht, was die beiden Gruppen leisten, wo ihre Grenze liegt und wann vorher Rat aus der Apotheke nötig ist.

RedaktionNilufar Tulanova Şener27. August 20263 Min. Lesezeit

Ein Schmerzmittel verschafft Zeit, behandeln kann es den Zahn aber nicht

Hinter Zahnschmerzen steckt meist eine Karies, die tiefer geworden ist, ein entzündeter Nerv oder eine Entzündung an der Wurzelspitze. Daran ändert eine Tablette nichts. Sie dämpft für einige Stunden das Schmerzsignal, damit die Zeit bis zur Untersuchung erträglicher wird.

Kehrt der Schmerz in voller Stärke zurück, sobald die Wirkung nachlässt, sitzt die Ursache weiterhin im Zahn. Die Menge eigenmächtig zu erhöhen oder eine Packung nach der anderen durchzuprobieren, erhöht nur das Risiko. Schmerzen, die länger als ein paar Tage anhalten oder jede Nacht wecken, sind ein Fall für den Zahnarzt und nicht für die Hausapotheke.

Was die beiden Gruppen unterscheidet

Frei verkäufliche Schmerzmittel lassen sich grob in zwei Gruppen teilen. Die eine lindert Schmerzen und dämpft zugleich Entzündung und Schwellung; die andere wirkt vor allem auf Schmerz und Fieber und belastet den Magen in der Regel weniger. Bei Zahnschmerzen ist meist eine Entzündung im Spiel, deshalb passt die erste Gruppe für viele Menschen eher. Das bleibt eine allgemeine Aussage: was im Einzelfall infrage kommt, klärt die Apotheke oder die Zahnarztpraxis.

In Kombipräparaten gegen Erkältung stecken oft dieselben Wirkstoffe. Wer denselben Stoff unbemerkt aus zwei Packungen nimmt, erhöht still das Risiko für Nebenwirkungen. Ein Blick auf die Wirkstoffzeile der Packung oder eine kurze Frage in der Apotheke verhindert das.

Wann vorher Rat nötig ist

In manchen Fällen hängt die Wahl des Schmerzmittels von der Person ab, und die falsche Wahl richtet mehr Schaden an als der Zahnschmerz selbst. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, fragen Sie besser vor dem Öffnen der Packung in der Apotheke oder in der Zahnarztpraxis nach.

  • Sodbrennen, Reflux oder ein früheres Magengeschwür
  • Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Blutverdünnende Medikamente
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Asthma oder Medikamente gegen Bluthochdruck und Herzbeschwerden
  • Kinder: was für Erwachsene geeignet ist, ist es für sie nicht unbedingt

Dass Tabletten nicht anschlagen, ist nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen: eine Wurzelkanalbehandlung oder das Entlasten eines Abszesses nimmt den Schmerz deutlich schneller als jedes Medikament.

Tabletten gehören nicht auf Zahn oder Zahnfleisch

Eine zerdrückte Tablette auf den schmerzenden Zahn zu legen, ist ein verbreitetes Hausmittel und ein schädliches. Wo die Tablette das Zahnfleisch berührt, entsteht eine chemische Verätzung: die Stelle wird zuerst weiß, löst sich dann ab und hinterlässt eine schmerzhafte Wunde. Diese Wunde kommt zum Zahnschmerz hinzu, sie ersetzt ihn nicht. Schmerzmittel wirken über das Blut, nicht über den Kontakt.

Wärme kann die Schwellung vergrößern

Eine Wärmflasche oder ein warmes Tuch an der Wange fühlt sich zunächst wohltuend an, steigert aber die Durchblutung, und die Schwellung kann mitwachsen. Steckt eine Entzündung dahinter, nehmen die Schmerzen dadurch oft innerhalb weniger Stunden zu. Sicherer ist etwas Kühles von außen, in ein dünnes Tuch gewickelt und jeweils nur kurz aufgelegt, mit Pausen dazwischen.

Bis zum Termin helfen ein paar einfache Dinge: den Kopf beim Liegen etwas höher lagern, auf der anderen Seite kauen und sehr heiße wie sehr kalte Getränke meiden. Eine Spülung mit lauwarmem Salzwasser beruhigt den Mund, an der Ursache ändert sie nichts.

Anzeichen, die keinen Aufschub dulden

Die meisten Zahnschmerzen können ein paar Tage auf einen Termin warten. Manche Anzeichen nicht, denn sie zeigen, dass sich die Entzündung über den Zahn hinaus ausbreitet. Tritt eines davon auf, lassen Sie es ohne Verzug noch am selben Tag ärztlich abklären; ein Schmerzmittel kann dieses Bild für einige Stunden überdecken.

  • Schwellung im Gesicht, unter dem Auge oder unter dem Kiefer
  • Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes oder beim Schlucken
  • Atemnot, eine veränderte Stimme oder eine Schwellung unter der Zunge: hier nicht auf einen Termin warten, sondern sofort in die Notaufnahme
  • Fieber, Schüttelfrost oder Abgeschlagenheit zusammen mit einer Schwellung
  • Schmerz, der sich rasch ausbreitet und auf Medikamente gar nicht anspricht

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt ein Schmerzmittel?

Die meisten Schmerzmittel zum Einnehmen wirken nach einer halben bis einer Stunde. Tritt in dieser Zeit keine Linderung ein, nehmen Sie die nächste Dosis nicht früher und kein weiteres Mittel dazu; halten Sie die Abstände auf der Packung ein. Lässt der Schmerz trotz vorschriftsmäßiger Einnahme überhaupt nicht nach, ist das ein Grund, die Untersuchung vorzuziehen.

Die Tablette wirkt nicht. Darf ich mehr nehmen?

Die Menge eigenmächtig zu erhöhen ist keine Lösung: das Risiko für Nebenwirkungen steigt schnell, während die Ursache unverändert im Zahn sitzt. Zahnschmerzen, die bei üblicher Einnahme nicht nachlassen, sprechen eher dafür, dass der Befund am Zahn fortschreitet. Dann sollte die Untersuchung nicht warten.

Darf ich zwei verschiedene Schmerzmittel gleichzeitig nehmen?

Nehmen Sie nicht zwei Mittel aus derselben Gruppe zusammen, das erhöht das Risiko für Nebenwirkungen. Mittel aus verschiedenen Gruppen werden manchmal kombiniert oder abwechselnd eingenommen, darüber entscheidet aber die Apotheke oder die Zahnarztpraxis. Denken Sie daran, dass auch Grippemittel dieselben Wirkstoffe enthalten können.

Erschwert ein Schmerzmittel vor dem Termin die Untersuchung?

In der Regel nicht, und Sie müssen den Schmerz nicht bis zum Morgen aushalten. Sagen Sie in der Praxis aber, was Sie wann und wie oft genommen haben: Um den schmerzenden Zahn zu finden, wird oft mit Kälte oder leichtem Klopfen getestet, und die Wirkung des Mittels lässt sich dabei berücksichtigen.

Sind Schmerzmittel bei Zahnschmerzen in der Schwangerschaft möglich?

In der Schwangerschaft und in der Stillzeit hängt die Wahl von der Person und von der Woche ab, deshalb sollte die Frage vor dem Öffnen der Packung in der Apotheke oder der Zahnarztpraxis gestellt werden. Den Zahnschmerz unbehandelt zu lassen ist ebenfalls keine sichere Variante: zahnärztliche Behandlung ist in der Schwangerschaft meist gut möglich.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung.

Redaktion

Nilufar Tulanova Şener

Medizinisch geprüft von: Eren Koluaçık, Zahnarzt, Schwerpunkt Ästhetische Zahnheilkunde

Dieser Beitrag beruht auf der klinischen Erfahrung des Papatya Dental Teams und wird vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit geprüft.

Zuletzt aktualisiert:
2026-09-21
Redaktionskontakt:
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